Vier Mitglieder, vier Wege, eine Gemeinschaft
Wie Baugenossenschaften in den kommenden Jahren kommunizieren, wie ihre Mitglieder leben und welche Veränderungen in Verwaltung und Organisation anstehen.
Rund 2.000 Baugenossenschaften gibt es in Deutschland, sie verwalten etwa zwei Millionen Wohnungen und geben mehr als drei Millionen Menschen ein Zuhause. Doch zwischen diesen Zahlen und der Lebensrealität ihrer Mitglieder liegt eine Welt, die sich gerade grundlegend verändert. Die Art, wie Menschen wohnen, sich informieren und Gemeinschaft erleben, hat sich in den vergangenen Jahren schneller gewandelt als in den drei Jahrzehnten davor.
Die Art, wie Genossenschaften intern arbeiten, kommunizieren und ihre Prozesse organisieren, beginnt gerade erst, diesem Wandel zu folgen. Der folgende Text skizziert, wie genossenschaftliches Leben und genossenschaftliche Arbeit in wenigen Jahren aussehen können. Nicht als Vision, sondern als Beschreibung dessen, was heute schon möglich ist und was morgen zum Standard werden wird.
Vier Menschen, eine Genossenschaft
Was „genossenschaftliches Wohnen“ im Alltag bedeutet, lässt sich am besten anhand der Menschen erzählen, die es leben. Vier fiktive Mitglieder derselben Genossenschaft, vier völlig unterschiedliche Lebenssituationen, vier verschiedene Zugänge zur selben Gemeinschaft.
Sarah Weber,
34, zwei Kinder, HomeofficeEs ist Samstagmorgen, 8 Uhr. Während die zweijährige Emma noch schläft, scrollt Sarah Weber durch die Genossenschafts-App. Die Push-Nachricht über eine freiwerdende Vier-Zimmer-Wohnung kam gestern Abend. Mit dem zweiten Kind wird es eng. Sarah öffnet den virtuellen 360-Grad-Rundgang, ihr Mann Tom schaut über die Schulter. Die KI-gestützte Raumplanung zeigt, wie ihre Möbel in die neue Wohnung passen würden. Über die App-interne Messenger-Funktion kontaktiert Sarah direkt die aktuelle Mieterin.…